Kinderarmut in der Schweiz verstösst gegen Kinderrechte – Demonstration am 21. September

Kinderarmut in der Schweiz verstösst gegen Kinderrechte – Demonstration am 21. September

Vor über 20 Jahren hat die Schweiz die UNO-Kinderrechtskonvention unterschrieben. Trotzdem sind in der Schweiz eine Viertelmillion Kinder von Armut betroffen. Am Samstag, 21. September findet in Zürich eine Demonstration für Kinderrechte von den Roten Falken statt. Die Demonstration soll auf Missstände hinweisen, unter welchen spezifisch Kinder in der Schweiz zu leiden haben.

Kinderarmut ist ein Thema, das hierzulande vor allem mit dem Ausland in Verbindung gebracht wird. Man denke an die vielen Medienberichte, welche über Kinderarmut im globalen Süden berichten. Schlichtweg ignoriert wird dabei, dass es Kinderarmut überraschend oft auch in der reichen Schweiz gibt.

In der Schweiz leben viele Kinder in Familien mit sehr tiefem Einkommen. Jede dritte Person mit Sozialhilfe ist unter 18 Jahre alt. Insgesamt leben laut einer Caritas-Studie in der Schweiz 250‘000 Kinder, also jedes siebte Kind, in armen Verhältnissen. Für die Familien bedeutet dies unter 20 Franken pro Tag pro Person für Essen, Hygiene, Kleidung, Mobilität, Energie, Kommunikation, Unterhaltung und Bildung. Dies, obwohl die meisten der armutsbetroffenen Eltern neben der Kinderbetreuung viel arbeiten, dabei aber wenig verdienen. Armut manifestiert sich für diese Kinder durch den Verzicht auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung, ausreichende Kinderbetreuung, ein eigenes Zimmer, Nachhilfelektionen bei Schwierigkeiten in der Schule, Arztbesuche, Urlaub oder das Erlernen eines Instruments. Durch die tieferen Bildungschancen bleiben sie häufig bis ins Erwachsenenalter arm. Von Armut betroffene Kinder sind durch die finanziellen Verhältnisse ihrer Familie zusätzlich sozial ausgegrenzt, weil sie auf Freizeitaktivitäten, Kino- und Zoobesuche, eine Mitgliedschaft im Sportverein, Geburtstagsfeste und Schulausflüge verzichten müssen.

Für die Roten Falken Zürich ist dieser Zustand in der reichen Schweiz komplett unhaltbar. Weder Familien noch Kinder können etwas für ihre schwierigen finanziellen Verhältnisse. Es darf nicht sein, dass Geburten, Scheidungen, Krankheit, Schicksalsschläge oder plötzliche Arbeitslosigkeit Familien in die Armut treiben. Die bürgerliche Politik versucht sich mit einer Hetzjagd auf arme Familien zu profilieren und trägt damit ihre Machtkämpfe auf dem Buckel der mitunter Schwächsten unserer Gesellschaft aus. Die Armutsgrenze in der Schweiz und damit auch der Sozialhilfeanspruch sind ohnehin bereits massiv zu tief angesetzt. Arme Kinder und Familien haben ein Anrecht auf ein gutes Leben und gesellschaftliche Teilhabe, nicht nur ein knappes Überleben!

Die Roten Falken fordern

  • eine Erhöhung des viel zu tief angesetzten Existenzminimums in der Schweiz.
  • Freizeitangebote für arme Kinder und Familien, die diese sich auch leisten können.
  • schulische Unterstützung für arme Familien und eine Verbesserung des schulischen Angebotes in Quartieren mit hoher Armutsrate.

Machen wir uns stark für Kinderrechte! Kommt am 21. September an die Kinderrechtsdemonstration!

Start: 21.9., 13:30 Uhr, Helvetiaplatz Zürich