Reflexion der Osterschule 2017 zum Thema Feminismus

Reflexion der Osterschule 2017 zum Thema Feminismus

Seit 2014 organisieren die Roten Falken über Ostern ein politisches Weiterbildungswochenende, die Osterschule, so auch dieses Jahr. Die diesjährige Osterschule war organisatorisch und inhaltlich ein wenig anders als die letzten Jahre. Einerseits wurde die Organisation des Wochenendes vom Vorstand des Vereins auf die Helfer*innengruppe übertragen. Andererseits wurde ein thematischer Schwerpunkt gelegt, der das ganze Wochenende über behandelt wurde, während in den Jahren zuvor stets mehrere Themen behandelt worden waren. Dies wurde gemacht, weil dadurch eine inhaltliche Vertiefung möglich wurde, während in den Jahren zuvor die Workshops immer den Charakter einer Einführung hatten und haben mussten.

Das Thema Feminismus wurde gewählt, weil es momentan viele interessante Debatten gibt und die Thematik aktuell ist.

Im ersten Workshop am Donnerstag bekamen die Teilnehmenden einen historischen Abriss der feministischen Bewegung und einen Überblick über die verschiedenen politischen Strömungen, die im Verlauf der Geschichte existierten oder noch immer präsent sind. Am Freitag gab es zwei Workshops: Am Vormittag waren Frauen in rechtspopulistischen Parteien (SVP, AfD, FN) das Thema. Dabei ging es darum, einzelne Exponentinnen der genannten Parteien kennenzulernen und ihre Stellung und Bedeutung für die Partei zu analysieren. Aber auch die Positionen der Exponentinnen zu Geschlechterfragen, die interessanterweise teilweise in scharfem Widerspruch zueinander oder zur offiziellen Parteidoktrin stehen, wurden vorgestellt. Der zweite Workshop am Nachmittag legte das Augenmerk auf das Verhältnis zwischen der feministischen Bewegung und Sex. Dabei wurden zwei Strömungen beleuchtet: Auf der einen Seite die PorNo Bewegung um Alice Schwarzer, die eine festgelegte Form von Sex, bei der Vorsicht und Zärtlichkeit im Mittelpunkt stehen, propagierte und sich für ein Verbot der Pornographie und der Eindämmung von abweichenden Sexualpraktiken einsetzte. Auf der anderen Seite der Sex-positive Feminismus, für den beim Sex nur die Prämisse des Konsenses und der Freiwilligkeit zwingend ist und keine Sexualpraktik verbietet und ausserdem der Produktion von feministischer Pornographie verpflichtet ist. Der Samstag wurde ausgefüllt vom Workshop über kritische Männlichkeiten. Dabei ging es darum, die eigene Geschlechterrolle zu hinterfragen. Es ging sehr praktisch zu und her und es wurde viel in Kleingruppen diskutiert. Zum Abschluss gab es am Sonntag einen Workshop zu Feminismus und Rojava, einer von der kurdischen Befreiungsbewegung autonom verwalteten Region in Nordsyrien. Dabei auf die Verbindung zwischen dem Feminismus, dem demokratischen Konföderalismus und dem Kampf gegen die islamistische Terrormiliz IS aufmerksam gemacht und auf die zentrale Rolle, die dem feministischen Kampf in Rojava zukommt.