Osterschule 2018 – Kapitalismuskritik, Armut und Utopien

Obwohl – oder gerade weil – wir alle intensiv mit verschiedensten Falken- und sonstigen Projekten beschäftigt waren, trafen wir uns über das Osterwochenende im Mösli um uns wieder einmal Zeit für eine inhaltliche Auseinandersetzung mit politischen Themen zu nehmen. Dieses Jahr standen verschiedene Inputs auf dem Programm: Am Freitag beschäftigten wir uns mit Kapitalismuskritik und Utopien, am Samstag mit Armut. Die Herausforderung bestand vor allem darin, eine Schnittstelle zwischen den verschiedenen Hintergründen und Ansätzen der Teilnehmenden zu finden. Während die einen sich genauer mit der klassisch marxistischen Kapitalismuskritik auseinandersetzen wollten, hatten andere den Anspruch, vertieft über den tendenziellen Fall der Profitrate zu diskutieren. Diejenigen, die allgemein keine Lust auf Marx hatten, erhielten neue Denkanstösse in der Diskussion darüber, wieso wir bei der Ausformulierung von Utopien so schnell an die Grenzen unseres Vorstellungsvermögens kommen, ob und wann es konstruktiv ist, Utopien zu denken und inwiefern es nicht einfacher ist, Kritik zu üben als Alternativen vorzuschlagen. Auch am Samstag hatten wir viel zu tun: wir wurden mit Informationen beliefert, wie der Sozialstaat in der Schweiz funktioniert (oder eben nicht) und wurden beim Budgetieren von fiktionalen Sozialhilfegeldern stutzig. „Können sich alle ein Falkenlager leisten?“, war dort die erschreckende Frage, die wir uns stellten. Die Antwort ist natürlich „Ja!“, aber nicht wegen der Grosszügigkeit des Staates, sondern weil die Falken zum Glück einen Solifonds haben. Daran, ob es in der Schweiz überhaupt Armut gibt, zweifelt niemand von uns mehr.

Es waren komplexe und manchmal emotionale Diskussionen, die wir führten und wir reflektierten gemeinsam bis in den Abend hinein. Erfreulicherweise waren trotz des kleinen Werbeaufwandes auch viele Externe Teil des Wochenendes, die sich neben den Workshops und inhaltlichen Herausforderungen auch an den Spielen, am kochen, lachen und schliesslich am putzen (muss halt sein) beteiligten.

AG

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