200 Kinder, Jugendliche und Erwachsene demonstrierten am 21. September 2019 in der Zürcher Innenstadt unter dem Slogan „Lasst uns Kinder die Zukunft bauen“.

Am Samstag, 21. September nahmen ca. 200 Personen an der Kinderrechtsdemonstration der Roten Falken Zürich teil. Demonstriert wurde gegen Kinderarmut sowie Gewalt an Kindern und für eine bessere Welt für Kinder und mehr Mitbestimmung durch Kinder.

Eine Viertelmillion Kinder in Armut

Laut einer Caritas-Studie leben in der Schweiz ca. 250’000 Kinder in Armut, das betrifft jedes siebte Kind. Armut entsteht dabei häufig durch Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Trennung der Eltern. Diese Kinder und Familien erleben durch das tiefe Einkommen und das extrem tiefe Existenzminimum der Sozialhilfe Ausgrenzung, da ihre gesellschaftliche Teilhabe stark erschwert ist. Die Roten Falken fordern:

  • eine Erhöhung des viel zu tief angesetzten Existenzminimums in der Schweiz.
  • Freizeitangebote für Familien mit tiefem Einkommen, die diese sich auch leisten können.
  • schulische Unterstützung für arme Familien und eine Verbesserung des schulischen Angebotes in Quartieren mit hoher Armutsrate.

Vor über 20 Jahren hat die Schweiz die UNO-Kinderrechtskonvention unterschrieben. Trotzdem sind in der Schweiz eine Viertelmillion Kinder von Armut betroffen. Am Samstag, 21. September findet in Zürich eine Demonstration für Kinderrechte von den Roten Falken statt. Die Demonstration soll auf Missstände hinweisen, unter welchen spezifisch Kinder in der Schweiz zu leiden haben.

Kinderarmut ist ein Thema, das hierzulande vor allem mit dem Ausland in Verbindung gebracht wird. Man denke an die vielen Medienberichte, welche über Kinderarmut im globalen Süden berichten. Schlichtweg ignoriert wird dabei, dass es Kinderarmut überraschend oft auch in der reichen Schweiz gibt.

In der Schweiz leben viele Kinder in Familien mit sehr tiefem Einkommen. Jede dritte Person mit Sozialhilfe ist unter 18 Jahre alt. Insgesamt leben laut einer Caritas-Studie in der Schweiz 250‘000 Kinder, also jedes siebte Kind, in armen Verhältnissen. Für die Familien bedeutet dies unter 20 Franken pro Tag pro Person für Essen, Hygiene, Kleidung, Mobilität, Energie, Kommunikation, Unterhaltung und Bildung. Dies, obwohl die meisten der armutsbetroffenen Eltern neben der Kinderbetreuung viel arbeiten, dabei aber wenig verdienen. Armut manifestiert sich für diese Kinder durch den Verzicht auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung, ausreichende Kinderbetreuung, ein eigenes Zimmer, Nachhilfelektionen bei Schwierigkeiten in der Schule, Arztbesuche, Urlaub oder das Erlernen eines Instruments. Durch die tieferen Bildungschancen bleiben sie häufig bis ins Erwachsenenalter arm. Von Armut betroffene Kinder sind durch die finanziellen Verhältnisse ihrer Familie zusätzlich sozial ausgegrenzt, weil sie auf Freizeitaktivitäten, Kino- und Zoobesuche, eine Mitgliedschaft im Sportverein, Geburtstagsfeste und Schulausflüge verzichten müssen.

Für die Roten Falken Zürich ist dieser Zustand in der reichen Schweiz komplett unhaltbar. Weder Familien noch Kinder können etwas für ihre schwierigen finanziellen Verhältnisse. Es darf nicht sein, dass Geburten, Scheidungen, Krankheit, Schicksalsschläge oder plötzliche Arbeitslosigkeit Familien in die Armut treiben. Die bürgerliche Politik versucht sich mit einer Hetzjagd auf arme Familien zu profilieren und trägt damit ihre Machtkämpfe auf dem Buckel der mitunter Schwächsten unserer Gesellschaft aus. Die Armutsgrenze in der Schweiz und damit auch der Sozialhilfeanspruch sind ohnehin bereits massiv zu tief angesetzt. Arme Kinder und Familien haben ein Anrecht auf ein gutes Leben und gesellschaftliche Teilhabe, nicht nur ein knappes Überleben!

Die Roten Falken fordern

  • eine Erhöhung des viel zu tief angesetzten Existenzminimums in der Schweiz.
  • Freizeitangebote für arme Kinder und Familien, die diese sich auch leisten können.
  • schulische Unterstützung für arme Familien und eine Verbesserung des schulischen Angebotes in Quartieren mit hoher Armutsrate.

Machen wir uns stark für Kinderrechte! Kommt am 21. September an die Kinderrechtsdemonstration!

Start: 21.9., 13:30 Uhr, Helvetiaplatz Zürich

Das neue Infoblatt der Roten Falken ist online!

Inhalt:

  • Osterschule 2019
  • 1. Mai: Was wir nicht wollen: Geschlechterrollen!
  • Anti-autoritäre Erziehung und ihre Grenzen in den Roten Falken
  • In Zürich Nord werden endlich wieder Falken gesichtet
  • Kreuzworträtsel

  1. Das rote Haus im Grünen
  2. Wir setzen uns für eine Gesellschaft ein, in der … Platz haben und ihre Bedürfnisse ernst genommen werden.
  3. Die Gründerin der Roten Falken Schweiz
  4. Die Zürcher Gruppe für die ganz kleinen Falken
  5. Quartier in dem sich die neue Falkengruppe Zürich-Nord trifft
  6. Nie, nie woll‘n wir Waffen tragen. Nie, nie woll‘n wir wieder …
  7. Ruppiges Falkenspiel, bei dem man kriechen muss
  8. Gruppenraum der City Gruppe
  9. Bei diesem Falkenspiel muss man schneller sein als das Gegenüber
  10. Treffpunkt der City-Gruppe
  11. Transpispruch 1. Mai: Was wir nicht wollen: …

Tipps:

  • Schwarzes Quadrat: Wortabstand
  • Graues Feld: Buchstabe des Lösungsworts
  • Ä = AE, Ö = OE & Ü = UE
  • Zwei Mal kommt in einem weissen Feld ein Bindestrich vor

Die Lösung des Kreuzworträtsel aus dem Falken Info Nr. 31 lautet:

GLEICHWERTIG

Herzlichen Glückwunsch!

Seit einigen Monaten gibt es in Zürich eine neue Falkengruppe «Zürich Nord». Nachdem die Falkengruppen in Oerlikon und Affoltern für ungefähr drei Jahre keine eigenen Programme mehr angeboten haben, haben wir, drei ehemalige Falkenhelfer*innen, uns diesem schon länger laufenden Projekt angenommen.

Im November 2018 organisierten wir im Oerlikerpark ein Schnupperprogramm, das auf viel Interesse gestossen ist. Nach einer Winterpause im Januar sind wir nun zurück und Kochen, Spielen und Bräteln mit den Kindern. Im Möslifest im September wollen wir zum ersten Mal miteinander in ein Weekend gehen und planen mit der City Gruppe eine unvergessliche Zeit in unserem roten Haus im Grünen.

Auf der Facebook-Seite «Rote Falken Zürich Nord» könnt ihr mitverfolgen wie es bei uns so läuft.

Freundschaft

Auf unserem Fronttranspi am 1. Mai machten wir darauf aufmerksam, dass wir bestehende Geschlechterstereotypen aufbrechen wollen. Wir gingen zusammen auf die Strasse, um für unsere Anliegen zu kämpfen und haben gezeigt, was uns wichtig ist!

Am 1. Mai selber hatten wir Glück mit dem Wetter, die Leute auf dem Kasernenareal hatten Durst auf unseren Sirup und die Glacés und Kuchen verkauften sich super. Auch unser wieder in Betrieb genommener Basketballkorb war sehr beliebt!

Leider war es am Wochenende des 1. Mai-Fests vorbei mit dem schönen Wetter, die Waffeln an unserem Stand waren aber genauso fein!

Wie jedes Jahr haben wir auch 2019 an Ostern ein Wochenende, die sogenannte Osterschule, organisiert, an der wir uns mit verschiedenen politischen Themen auseinandersetzen und einfach miteinander eine schöne Zeit verbringen können. Welcher Ort würde sich besser dazu eignen als das rote Haus im Grünen?

Mit Freund*innen, ehemaligen Falken und auch Falken aus Deutschland trafen wir uns also am Donnerstagabend im Mösli und nutzten die gemütliche Lagerfeuerstimmung, um anzukommen, uns ein wenig kennenzulernen und ein paar Lieder aus dem neuen Liederordner der Falken zu singen.

Widerstandsbewegungen des 20. Jahrhunderts

Für Freitag und Samstag war das Programm bereits festgelegt. Hauptfokus der Osterschule 2019 waren die Widerstandsbewegungen des 20. Jahrhunderts. Am Freitag wurde der spanische Bürgerkrieg mit einer anschliessenden Diskussion eingehend thematisiert. Am späteren Nachmittag schauten wir gemeinsam den Film „Land and Freedom“ von Ken Loach. Ein sehr bewegender Film über den spanischen Bürgerkrieg, den es sich lohnt anzuschauen!

Für den Sonntag waren noch zwei weitere Inputs geplant. Am Vormittag besprachen wir die Situation 1973 in Chile und am Nachmittag beschäftigten wir uns mit dem Widerstand in Irland mit dem anschliessenden Film „The Wind that shakes the Barley“, der ebenfalls wie „Land and Freedom“ von Ken Loach stammt.

Alle drei Themen waren spannend und intensiv, mit denen wir uns eingehend beschäftigt haben, besonders mit Diskussionen über den Linksnationalismus oder die Definition von Faschismus. Zusammen sollten die drei Inputs einen gewissen Überblick über die zahlreichen Widerstände, deren Ursprung und Verlauf im 20. Jahrhundert geben sowie ein Verständnis für die vielen Facetten schaffen, die einen Widerstand, sei es in Form von Bürgerkrieg, Aufstände oder Hungerstreiks, ausmachen.

Tichu, Ping-Pong und andere Spiele zwischendurch

Wenn wir gerade keinem Input lauschten, einen hielten oder mit diskutieren beschäftigt waren, haben wir uns in den Pausen oder am Abend mit zahlreichen witzigen Spielen die Zeit vertrieben. Ob Tichu, Ping Pong, Frentic, Psychiater oder das berühmte „Zäddelispiel“, es wurde uns nie langweilig.

Alles in allem war es ein sehr schönes, spannendes und auch spassiges Wochenende, an dem wir auch die Gelegenheit genutzt haben neue internationale Kontakte mit den deutschen Falken zu knüpfen und wir hoffen natürlich, dass wir diese weiterhin pflegen können!

Die Grundlage anti-autoritärer Erziehung besteht darin, dass Personen unabhängig von ihrem Alter und ihren Kapazitäten die Fähigkeit zugeschrieben wird, eigenständige Entscheidungen zu treffen. Dieses Prinzip wird im Alltag der Roten Falken, in Lagern und am Samstagnachmittag-Programm, gelebt, gelernt und reflektiert. Es soll ein Raum für eine «Gegenwelterfahrung» gegeben werden, wo Kinder, Jugendliche und Helferinnen einen respektvollen Umgang miteinander, das Erkennen und Kommunizieren von eigenen Bedürfnissen, ein anti-autoritäres Zusammenleben gemeinsam üben können.

Autorität – Anti-Autorität

Autorität beeinflusst zwischenmenschliche Beziehungen massgeblich. Auch in den Roten Falken, wo wir explizit den Anspruch haben, einander anti-autoritär zu begegnen und Hierarchien abzuschaffen, ist Autorität ein Teil der Interaktionen. Eigentlich einleuchtend, denn Kinder wachsen nicht nur in den Falken auf, die Helferinnen kämpfen selbst mit internalisierten Autoritätsansprüchen. Wenn eine Teilnehmerin mich siezt oder während dem Mitagessen fragt, ob sie auf die Toilette darf, ist das schon eine Zuschreibung von Autorität; gelernt im Hort, in der Schule, zuhause. Ob ich dann einfach «ja» sage oder die Teilnehmerin darauf hinweise, dass sie das selbst entscheiden darf und mich das nächste Mal nicht mehr fragen muss, ist insofern irrelevant. Es gibt noch klarere Grenzen, die in akuten Situationen offensichtlich werden. Wenn zum Beispiel ein Kind auf einer Wanderung zu nahe am Abgrund geht fehlt die Zeit, zu erklären, wieso das gefährlich ist. Jedoch ist das Einschätzen von Gefahr auch gelernt und wird von allen verschieden gemacht. Wenn ich einem Teilnehmenden sage «komm da weg!», oder ihn physisch wegziehe, setze ich meine Einschätzung über seine und spiele somit meine Autorität über ihn aus. Dies ist jedoch eine Art der Autoritätsausübung, über die wir uns – zumindest im Helferinnen-Team – einig sind, dass sie notwendig ist, auch wenn nur weil im heutigen Kontext Alternativen zu autoritärem Handeln in Notfallsituationen fehlen. Autorität «funktioniert» weil insbesondere jungen Menschen täglich eingetrichtert wird, sie zuzuschreiben und zu respektieren. In den Falken sind also alle in einem konstanten (passiven oder aktiven) Prozess des Verlernens bzw. Unlernens von gesellschaftlichen Hierarchien. Besonders wichtig für diesen Prozess ist, dass die Helferinnen und die älteren Jugendlichen ihre eigene Autoritätsposition reflektieren und benennen können, als erster Schritt im Versuch, diese zu vermindern bzw. abzuschaffen.

Regeln bei den Falken

Auch in den Falken gibt es Regeln, an die sich alle halten sollen – nur sind sie, anders als die gesellschaftlichen, nachvollziehbar. Dass es bereits schlafenden Personen gegenüber unfair ist, noch laut im Schlag zu lachen, ist einleuchtend. Dass man beim Essen den Mund zumacht hingegen fragwürdig. Stört es die Anwesenden, wenn ich mit offenem Mund kaue? Oder «macht man es einfach nicht»? Sinnvolle Regeln können erklärt werden. Per Definition sind Regeln nur dann sinnvoll, wenn sie gemeinsam besprochen, entwickelt, wieder über den Haufen gerannt und neu verhandelt werden. Anti-autoritäre Erziehung schafft keinen Raum frei von Abmachungen. Sie schafft dynamische Abmachungen und damit Regeln ab, die nichts anderes als gesellschaftliche Normen sind.

Gleiches Mitspracherecht für alle?

Der Anspruch an die Falken-Arbeit – «alli chönnd mitmache» – ist ein idealistischer, was manchmal zu frustrierenden Momenten führt. Ist dieser Raum tatsächlich von allen gemeinsam gestaltet? Ist er tatsächlich für alle zugänglich? Wie nahe sind wir tatsächlich am Ideal der anti-autoritären Erziehung? Diese und viele mehr sind die Fragen, aufgrund deren das Projekt immer von neuem kritisiert und verändert wird. Gleichzeitig scheint es an seinem eigenen Anspruch zu scheitern, denn die Grenzen, die ihm gesetzt sind, werden in der Gesellschaft ständig reproduziert. Das Projekt Rote Falken entwickelt sich nicht in einem Vakuum. Im Gegenteil: Es steht mitten in der Gesellschaft, entsteht daraus. Das Ziel ist schliesslich, die Gesellschaft zu verändern.

Das neue Infoblatt der Roten Falken ist online!

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