Neues Falken Info Nr. 31

Das neue Infoblatt der Roten Falken ist online!

Inhalt:

  • Osterschule 2019
  • 1. Mai: Was wir nicht wollen: Geschlechterrollen!
  • Anti-autoritäre Erziehung und ihre Grenzen in den Roten Falken
  • In Zürich Nord werden endlich wieder Falken gesichtet
  • Kreuzworträtsel

Kreuzworträtsel & Lösung

  1. Das rote Haus im Grünen
  2. Wir setzen uns für eine Gesellschaft ein, in der … Platz haben und ihre Bedürfnisse ernst genommen werden.
  3. Die Gründerin der Roten Falken Schweiz
  4. Die Zürcher Gruppe für die ganz kleinen Falken
  5. Quartier in dem sich die neue Falkengruppe Zürich-Nord trifft
  6. Nie, nie woll‘n wir Waffen tragen. Nie, nie woll‘n wir wieder …
  7. Ruppiges Falkenspiel, bei dem man kriechen muss
  8. Gruppenraum der City Gruppe
  9. Bei diesem Falkenspiel muss man schneller sein als das Gegenüber
  10. Treffpunkt der City-Gruppe
  11. Transpispruch 1. Mai: Was wir nicht wollen: …

Tipps:

  • Schwarzes Quadrat: Wortabstand
  • Graues Feld: Buchstabe des Lösungsworts
  • Ä = AE, Ö = OE & Ü = UE
  • Zwei Mal kommt in einem weissen Feld ein Bindestrich vor

Die Lösung des Kreuzworträtsel aus dem Falken Info Nr. 31 lautet:

GLEICHWERTIG

Herzlichen Glückwunsch!

In Zürich Nord werden endlich wieder Falken gesichtet!

Seit einigen Monaten gibt es in Zürich eine neue Falkengruppe «Zürich Nord». Nachdem die Falkengruppen in Oerlikon und Affoltern für ungefähr drei Jahre keine eigenen Programme mehr angeboten haben, haben wir, drei ehemalige Falkenhelfer*innen, uns diesem schon länger laufenden Projekt angenommen.

Im November 2018 organisierten wir im Oerlikerpark ein Schnupperprogramm, das auf viel Interesse gestossen ist. Nach einer Winterpause im Januar sind wir nun zurück und Kochen, Spielen und Bräteln mit den Kindern. Im Möslifest im September wollen wir zum ersten Mal miteinander in ein Weekend gehen und planen mit der City Gruppe eine unvergessliche Zeit in unserem roten Haus im Grünen.

Auf der Facebook-Seite «Rote Falken Zürich Nord» könnt ihr mitverfolgen wie es bei uns so läuft.

Freundschaft

1. Mai: Was wir nicht wollen: Geschlechterrollen!

Auf unserem Fronttranspi am 1. Mai machten wir darauf aufmerksam, dass wir bestehende Geschlechterstereotypen aufbrechen wollen. Wir gingen zusammen auf die Strasse, um für unsere Anliegen zu kämpfen und haben gezeigt, was uns wichtig ist!

Am 1. Mai selber hatten wir Glück mit dem Wetter, die Leute auf dem Kasernenareal hatten Durst auf unseren Sirup und die Glacés und Kuchen verkauften sich super. Auch unser wieder in Betrieb genommener Basketballkorb war sehr beliebt!

Leider war es am Wochenende des 1. Mai-Fests vorbei mit dem schönen Wetter, die Waffeln an unserem Stand waren aber genauso fein!

Osterschule 2019

Wie jedes Jahr haben wir auch 2019 an Ostern ein Wochenende, die sogenannte Osterschule, organisiert, an der wir uns mit verschiedenen politischen Themen auseinandersetzen und einfach miteinander eine schöne Zeit verbringen können. Welcher Ort würde sich besser dazu eignen als das rote Haus im Grünen?

Mit Freund*innen, ehemaligen Falken und auch Falken aus Deutschland trafen wir uns also am Donnerstagabend im Mösli und nutzten die gemütliche Lagerfeuerstimmung, um anzukommen, uns ein wenig kennenzulernen und ein paar Lieder aus dem neuen Liederordner der Falken zu singen.

Widerstandsbewegungen des 20. Jahrhunderts

Für Freitag und Samstag war das Programm bereits festgelegt. Hauptfokus der Osterschule 2019 waren die Widerstandsbewegungen des 20. Jahrhunderts. Am Freitag wurde der spanische Bürgerkrieg mit einer anschliessenden Diskussion eingehend thematisiert. Am späteren Nachmittag schauten wir gemeinsam den Film „Land and Freedom“ von Ken Loach. Ein sehr bewegender Film über den spanischen Bürgerkrieg, den es sich lohnt anzuschauen!

Für den Sonntag waren noch zwei weitere Inputs geplant. Am Vormittag besprachen wir die Situation 1973 in Chile und am Nachmittag beschäftigten wir uns mit dem Widerstand in Irland mit dem anschliessenden Film „The Wind that shakes the Barley“, der ebenfalls wie „Land and Freedom“ von Ken Loach stammt.

Alle drei Themen waren spannend und intensiv, mit denen wir uns eingehend beschäftigt haben, besonders mit Diskussionen über den Linksnationalismus oder die Definition von Faschismus. Zusammen sollten die drei Inputs einen gewissen Überblick über die zahlreichen Widerstände, deren Ursprung und Verlauf im 20. Jahrhundert geben sowie ein Verständnis für die vielen Facetten schaffen, die einen Widerstand, sei es in Form von Bürgerkrieg, Aufstände oder Hungerstreiks, ausmachen.

Tichu, Ping-Pong und andere Spiele zwischendurch

Wenn wir gerade keinem Input lauschten, einen hielten oder mit diskutieren beschäftigt waren, haben wir uns in den Pausen oder am Abend mit zahlreichen witzigen Spielen die Zeit vertrieben. Ob Tichu, Ping Pong, Frentic, Psychiater oder das berühmte „Zäddelispiel“, es wurde uns nie langweilig.

Alles in allem war es ein sehr schönes, spannendes und auch spassiges Wochenende, an dem wir auch die Gelegenheit genutzt haben neue internationale Kontakte mit den deutschen Falken zu knüpfen und wir hoffen natürlich, dass wir diese weiterhin pflegen können!

Anti-autoritäre Erziehung und ihre Grenzen in den Roten Falken

Die Grundlage anti-autoritärer Erziehung besteht darin, dass Personen unabhängig von ihrem Alter und ihren Kapazitäten die Fähigkeit zugeschrieben wird, eigenständige Entscheidungen zu treffen. Dieses Prinzip wird im Alltag der Roten Falken, in Lagern und am Samstagnachmittag-Programm, gelebt, gelernt und reflektiert. Es soll ein Raum für eine «Gegenwelterfahrung» gegeben werden, wo Kinder, Jugendliche und Helferinnen einen respektvollen Umgang miteinander, das Erkennen und Kommunizieren von eigenen Bedürfnissen, ein anti-autoritäres Zusammenleben gemeinsam üben können.

Autorität – Anti-Autorität

Autorität beeinflusst zwischenmenschliche Beziehungen massgeblich. Auch in den Roten Falken, wo wir explizit den Anspruch haben, einander anti-autoritär zu begegnen und Hierarchien abzuschaffen, ist Autorität ein Teil der Interaktionen. Eigentlich einleuchtend, denn Kinder wachsen nicht nur in den Falken auf, die Helferinnen kämpfen selbst mit internalisierten Autoritätsansprüchen. Wenn eine Teilnehmerin mich siezt oder während dem Mitagessen fragt, ob sie auf die Toilette darf, ist das schon eine Zuschreibung von Autorität; gelernt im Hort, in der Schule, zuhause. Ob ich dann einfach «ja» sage oder die Teilnehmerin darauf hinweise, dass sie das selbst entscheiden darf und mich das nächste Mal nicht mehr fragen muss, ist insofern irrelevant. Es gibt noch klarere Grenzen, die in akuten Situationen offensichtlich werden. Wenn zum Beispiel ein Kind auf einer Wanderung zu nahe am Abgrund geht fehlt die Zeit, zu erklären, wieso das gefährlich ist. Jedoch ist das Einschätzen von Gefahr auch gelernt und wird von allen verschieden gemacht. Wenn ich einem Teilnehmenden sage «komm da weg!», oder ihn physisch wegziehe, setze ich meine Einschätzung über seine und spiele somit meine Autorität über ihn aus. Dies ist jedoch eine Art der Autoritätsausübung, über die wir uns – zumindest im Helferinnen-Team – einig sind, dass sie notwendig ist, auch wenn nur weil im heutigen Kontext Alternativen zu autoritärem Handeln in Notfallsituationen fehlen. Autorität «funktioniert» weil insbesondere jungen Menschen täglich eingetrichtert wird, sie zuzuschreiben und zu respektieren. In den Falken sind also alle in einem konstanten (passiven oder aktiven) Prozess des Verlernens bzw. Unlernens von gesellschaftlichen Hierarchien. Besonders wichtig für diesen Prozess ist, dass die Helferinnen und die älteren Jugendlichen ihre eigene Autoritätsposition reflektieren und benennen können, als erster Schritt im Versuch, diese zu vermindern bzw. abzuschaffen.

Regeln bei den Falken

Auch in den Falken gibt es Regeln, an die sich alle halten sollen – nur sind sie, anders als die gesellschaftlichen, nachvollziehbar. Dass es bereits schlafenden Personen gegenüber unfair ist, noch laut im Schlag zu lachen, ist einleuchtend. Dass man beim Essen den Mund zumacht hingegen fragwürdig. Stört es die Anwesenden, wenn ich mit offenem Mund kaue? Oder «macht man es einfach nicht»? Sinnvolle Regeln können erklärt werden. Per Definition sind Regeln nur dann sinnvoll, wenn sie gemeinsam besprochen, entwickelt, wieder über den Haufen gerannt und neu verhandelt werden. Anti-autoritäre Erziehung schafft keinen Raum frei von Abmachungen. Sie schafft dynamische Abmachungen und damit Regeln ab, die nichts anderes als gesellschaftliche Normen sind.

Gleiches Mitspracherecht für alle?

Der Anspruch an die Falken-Arbeit – «alli chönnd mitmache» – ist ein idealistischer, was manchmal zu frustrierenden Momenten führt. Ist dieser Raum tatsächlich von allen gemeinsam gestaltet? Ist er tatsächlich für alle zugänglich? Wie nahe sind wir tatsächlich am Ideal der anti-autoritären Erziehung? Diese und viele mehr sind die Fragen, aufgrund deren das Projekt immer von neuem kritisiert und verändert wird. Gleichzeitig scheint es an seinem eigenen Anspruch zu scheitern, denn die Grenzen, die ihm gesetzt sind, werden in der Gesellschaft ständig reproduziert. Das Projekt Rote Falken entwickelt sich nicht in einem Vakuum. Im Gegenteil: Es steht mitten in der Gesellschaft, entsteht daraus. Das Ziel ist schliesslich, die Gesellschaft zu verändern.

Neues Falken Info Nr. 30

Das neue Infoblatt der Roten Falken ist online!

Inhalt:

PDF download

Geschlechterstereotypen und die Falken

Im Rahmen meiner Masterarbeit habe ich mich ein Jahr lang mit Männern in geschlechtsuntypischen Berufen und deren Vorstellungen von Geschlechterstereotypen befasst. Nach so intensiver Auseinandersetzung auf theoretischer Ebene, habe ich mir Gedanken gemacht, wie sich die Ergebnisse der Arbeit mit meinem «realen» Leben verknüpfen lassen. Dabei kreisten meine Gedanken auch um die Arbeit bei den Roten Falken. Ich habe mir überlegt, inwiefern mich die Zeit bei Roten Falken bezüglich meiner eigenen Vorstellungen geprägt hat und wie ich das Zusammenleben bei den Falken in Zusammenhang mit dem Thema meiner Forschung einordnen kann. Mir wurde bewusst, wie wichtig die Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen ist (das nicht nur in Bezug auf den Arbeitsmarkt oder die berufliche Zukunft von Kindern und Jugendlichen, sondern auch gesamtgesellschaftlich). Um den Rahmen meiner Forschung und anschliessend daran meine Überlegungen besser verstehen zu können, möchte ich mit einer Zusammenfassung der Arbeit einsteigen.

Forschungsergebnisse

Die Geschlechtersegregation auf dem Arbeitsmarkt führt dazu, dass sich gewisse Personen, die einen Beruf gewählt haben, in dem ein Geschlecht statistisch untervertreten ist, ihre Wahl erklären und legitimieren müssen. Die Erklärung und Legitimierung für die Berufswahl verlaufen entlang verschiedener Argumentationsmuster. Die Legitimation erfordert unter anderem eine Auseinandersetzung mit eigenen Vorstellungen von Geschlecht und normativen Ideen der Gesellschaft. In meinem Forschungsprojekt habe ich untersucht, wie junge Männer in geschlechtsuntypischen Berufen über Männlichkeit diskutieren. Mit einer Diskursanalyse von Interviewtranskripten konnte ich aufzeigen, dass junge Männer gleichzeitig von einer Auflösung der Geschlechterrollen ausgehen, bei praktischen Arbeiten und Rollenvorstellungen trotzdem in geschlechterstereotypen Logiken denken. Eine stereotype Geschlechterordnung sieht Männlichkeit in einer hegemonialen Position. Männer in Berufen mit statistisch tiefem Männeranteil nehmen eine Privilegierung von Männern ebenfalls aktiv wahr, argumentieren aber nicht auf struktureller Ebene, sondern mit ihrer ausserordentlichen Eigenleistung. Trotzdem ist es für sie wichtig, nicht ganz alleine unter Frauen zu arbeiten, die Verbindung zwischen Männern scheint speziell und essentiell für das Wohlbefinden zu sein. Es fällt auf, dass junge Männer in ihrer Argumentation sehr sensibel auf verschiedene Kontexte reagieren und immer wieder erwähnen, dass sie sich in Gesprächen den zuhörenden Personen anpassen. Während sie sich ihren Kollegenkreis frei ausgesucht haben und in Zusammenhang mit diesem Kontext betonen, dass die Vorstellungen eher von einer gleichberechtigten Ordnung zwischen den Geschlechtern ausgehen, sind sie am Arbeitsplatz mit geschlechtsstereotypen Vorstellungen konfrontiert und passen sich dort eher an die Meinungen an. Um eine Geschlechtersegregation auf dem Arbeitsmarkt weiter aufzulösen und somit Talenten den Weg in geschlechtsuntypische Berufe zu vereinfachen, müssten Schulen und Ausbildungsbetriebe auf die Thematik aufmerksam gemacht werden.

…und im Falkenalltag?

Die Ergebnisse meiner Forschung, vor allem die Wahrnehmung der Erwartungen an Männer fand ich äusserst spannend. In einem Selbstverständnis sprachen meine Interviewpartner parallel von einer Gleichstellung der Geschlechter aber auch von stark vorhandenen stereotypen Geschlechterrollen. Diese Gleichzeitigkeit zeigt, wie wichtig das Thematisieren und Ansprechen von Geschlechterrollen ist. Da sind auch Orte und Treffpunkte, an denen Kinder und Jugendliche verkehren, gefordert. Meiner Einschätzung nach, arbeiten die Roten Falken seit jeher durch die Gestaltung des Gruppenalltages an diesem Thema.
Soweit ich das aus meiner aktiven Falkenzeit und aus meinen jetzigen Einblicken in den Gruppenbetrieb beurteilen kann, ist genau das Diskutieren und Aushandeln von Vorstellungen und Ideen von Geschlechterrollen im Gruppenbetrieb alltäglich. Das beginnt damit, wer im Fussball den Ball zugespielt bekommt und endet mit Diskussionen im Helfer*innen-Team, wer sich jeweils um die Kinder kümmert, die Heimweh haben, oder wer den Abwasch erledigt. Und genau diese feinen, alltäglichen Aushandlungen finde ich interessant und ich finde es auch wichtig, dass Kinder solche Diskussionen zum einen mitbekommen und zum andern aktiv führen. Zu erfahren, dass solche Diskussionen, trotz der vermeintlichen Gleichstellung, absolut angebracht sind und man sich darin gegen normative Vorstellungen stellen kann, ermöglichen es, dass Kinder und Jugendliche eher den Weg wählen können, der ihren eigenen Vorstellungen entspricht und sich nicht dazu genötigt fühlen, die Richtung einzuschlagen, die ihnen aufgrund ihres Geschlechtes von der Gesellschaft zugeschrieben wird.

Fazit

Diskussionen und Gespräche, die den Ansprüchen von Kindern und Jugendlichen entsprechen können das Selbstbewusstsein fördern und können auch für Personen wichtig sein, die sich zum Beispiel nicht in die binäre Geschlechterordnung einfügen (siehe Falkeninfo Nr. 29, Mai 2018).

Ich finde es toll, wenn die Roten Falken ein Raum schaffen, an dem über Geschlechterrollen diskutiert wird und somit auch dazu beitragen, dass Stereotypen angezweifelt werden und verschiedene Geschlechter sich wohl fühlen.

Marisol

Osterschule 2018 – Kapitalismuskritik, Armut und Utopien

Obwohl – oder gerade weil – wir alle intensiv mit verschiedensten Falken- und sonstigen Projekten beschäftigt waren, trafen wir uns über das Osterwochenende im Mösli um uns wieder einmal Zeit für eine inhaltliche Auseinandersetzung mit politischen Themen zu nehmen. Dieses Jahr standen verschiedene Inputs auf dem Programm: Am Freitag beschäftigten wir uns mit Kapitalismuskritik und Utopien, am Samstag mit Armut. Die Herausforderung bestand vor allem darin, eine Schnittstelle zwischen den verschiedenen Hintergründen und Ansätzen der Teilnehmenden zu finden. Während die einen sich genauer mit der klassisch marxistischen Kapitalismuskritik auseinandersetzen wollten, hatten andere den Anspruch, vertieft über den tendenziellen Fall der Profitrate zu diskutieren. Diejenigen, die allgemein keine Lust auf Marx hatten, erhielten neue Denkanstösse in der Diskussion darüber, wieso wir bei der Ausformulierung von Utopien so schnell an die Grenzen unseres Vorstellungsvermögens kommen, ob und wann es konstruktiv ist, Utopien zu denken und inwiefern es nicht einfacher ist, Kritik zu üben als Alternativen vorzuschlagen. Auch am Samstag hatten wir viel zu tun: wir wurden mit Informationen beliefert, wie der Sozialstaat in der Schweiz funktioniert (oder eben nicht) und wurden beim Budgetieren von fiktionalen Sozialhilfegeldern stutzig. „Können sich alle ein Falkenlager leisten?“, war dort die erschreckende Frage, die wir uns stellten. Die Antwort ist natürlich „Ja!“, aber nicht wegen der Grosszügigkeit des Staates, sondern weil die Falken zum Glück einen Solifonds haben. Daran, ob es in der Schweiz überhaupt Armut gibt, zweifelt niemand von uns mehr.

Es waren komplexe und manchmal emotionale Diskussionen, die wir führten und wir reflektierten gemeinsam bis in den Abend hinein. Erfreulicherweise waren trotz des kleinen Werbeaufwandes auch viele Externe Teil des Wochenendes, die sich neben den Workshops und inhaltlichen Herausforderungen auch an den Spielen, am kochen, lachen und schliesslich am putzen (muss halt sein) beteiligten.

AG

Die neuen Falkenhelfer*innen stellen sich vor

Seit diesem Sommer gibt es eine neue Generation Falkenhelfer*innen. Langsam gewöhnen wir uns an Sitzungen, das Vorbereiten von Samstagnachmittags-Programmen und die Verantwortung, die uns gegeben wird.

Wir, das sind: Chiara (2002), Dimitri (2003), Armin (2003), Naemi (2001)

Damit ihr uns ein bisschen besser kennenlernt, haben wir einige wild durcheinandergewürfelte Fragen für euch beantwortet.

Was ist dein Lieblingsbuch?
Chiara: Im Meer schwimmen Krokodile
Dimitri: Die Tribute von Panem – Hunger Games
Armin: Huck Finn
Naemi: Trilogie der Wendepunkte

Was ist das Verrückteste, was du je getan hast?
Chiara: Eine Kinderzeichnung von mir wurde ins Weltall geschickt.
Dimitri: Ich habe mal eine Likebike-Olympiade gewonnen.
Armin: Ich bin mal 24 Stunden wach geblieben.
Naemi: Ich habe einen Touristen im Niederdörfli gefotobombt.

Wenn du deinen Namen ändern müsstest, wie würdest du dich nennen?
Armin: Pascal, weil man mir dann auf Italienisch “Paschkual“ sagen würde.
Naemi: Runa. Oder Rosa, dann hätte ich coole Namensvetterinnen.
Was ist das Peinlichste, das dir je passiert ist?
Chiara: Montag Morgen im Tram, ich bin am Musik hören, peinliche Lieder aus den Charts in voller Lautstärke. Alle schauen mich irgendwie komisch an, aber egal. Nach fünf Minuten merke ich, dass die Kopfhörer nicht richtig stecken und alle meine Musik hören…

Warum bist du bei den Falken?
Chiara: Seit ich sechs Jahre alt bin gehe ich in die Falken. Ich habe mich da schon immer wohl gefühlt, weil ich mitbestimmen und meine eigene Meinung jederzeit sagen durfte und ausserdem immer tolle Menschen kennengelernt habe. Jetzt sind die Falken eine Art zweite Familie für mich, mit der ich gerne meine Zeit verbringe.
Dimitri: Mir bedeuten die Falken viel, weil alle so akzeptiert werden wie sie sind, egal ob gross, klein, Frau oder Mann, und weil alle Mitspracherecht haben.
Armin: Weil die Kinder leider normalerweise nicht so viel zu sagen haben im Alltag. In den Falken dürfen sie mitbestimmen, eigene Ideen bringen und eigentlich fast alles selber planen und auch umsetzen, was mir sehr gefällt.
Naemi: Weil mir Solidarität wichtig ist. Seit dem ersten Tag fühle ich mich wohl bei den Falken. Ich finde es super, dass auch die Kinder mitbestimmen können und es keine Machtkonstrukte gibt.

Welche Eigenschaft macht dich aus?
Chiara: Ich lache viel und denke immer positiv!
Dimitri: Ich bin sehr geduldig.
Armin: Ich bin sehr offen.
Naemi: Ich kann Ungerechtigkeiten nicht auf mir sitzen lassen und kämpfe dagegen.

Was sind deine Hobbys?
Chiara: Ich mache Zirkus, spiele Klavier und fahre gerne Velo.
Dimitri: Skaten, Gitarre spielen, Zeichnen und Musikhören.
Armin: Handball spielen und Zeichnen.
Naemi: Klavier spielen und Singen.

Wenn du eine Superkraft hättest, welche wäre es?
Chiara: Zaubern wie Harry Potter oder Hypnose wie Merritt McKinney in „Now You See Me“
Dimitri: Teleportieren.
Armin: Gedanken lesen.
Naemi: Fliegen. Oder Gedanken lesen, dann wüsste ich immer, woran ich bin.

Was bedeuten die Falken für dich?
Chiara: Spass, Freundschaft, Solidarität, Gemeinschaft und Freiheit.
Dimitri: Viele Freund*innen und eine schöne und lustige Zeit.
Armin: Mitbestimmung und Spass.
Naemi: Freundschaft, politisches Engagement und ganz viel Solidarität.

Wir freuen uns auf ganz viele lässige Samstagnachmittage und Lager!

Top